Slowness as a lifestyle

Did you know that there is a pretty relaxed animal in Costa Rica? It really lives that pura-vida lifestyle the Ticos are known for. We watched that furred animal in Parque Nacional del Manuel Antonio on Costa Rica´s Pacific Coast. If you handle your day as slow as this animal, it must be a fairly long day. Therefore it has to find a way not to get bored. Sleeping is a good way to cope with boredom. That´s why all of these guys snore about 20 hours out of 24. Their skeleton is ideal for that sort of relaxing. Fingers developed into hooks during evolution and hanging upside down is never a problem. And nothing better than to hang your hooks on a branch and relax your chaw. And even if there´s something itchy in their life – they scratch with passion. At a pace of one scratch in ten seconds. Sid from Ice-Age would be jealous.

You got it already – we´re talking about Sloth, known as Earth´s slowest mammal.
Hard to find them in the dense jungle but if you did you can observe the jungle-chiller for a long time because they won´t run away. They´re more into having an easy “hangover”, of course head first. Getting some fruits and leafs is exhausting enough.

The question National geographic recently rose was: How does a Sloth have sex? After some exhausting investigations they succeeded and found out that everything in their life’s happens slowly – except sex – that’s quick. Imagine every of your days is that slow and the only thing that passes over fast in your life is having sex. Oh, what a pity. But being such a chiller, a Sloth doesn´t care.

Everything that makes life exhausting is no fun, not even to copulate.DSC02906

Das langsamste Tier der Welt

Der Parque National del San Antonio an der costarikanischen Pazifikküste ist nicht sehr groß. Aber hier leben einige der witzigsten Tiere die ich je gesehen habe.
Sie sind grau und ziemlich behaart. Sie haben eine Schnauze welche ein wenig an ein Schweinchen erinnert. Und sie sind langsam. So ungefähr wie ein Beamte. Nein, noch langsamer, sie dösen 20 Stunden am Tag. Den Rest hängen sie gechillt am Ast und bewegen sich gerade soweit, damit sie irgendetwas zu fressen erhaschen können. Kopfüber natürlich. Sehr reinlich sind sie auch. Wenn sie mal aufs Klo müssen steigen sie vom Baum herab, aber weil es so anstrengend ist wieder hoch zu klettern, tun sie das nur einmal die Woche. Ihre Anatomie hat sich durch die Evolution so ausgebildet, dass sie dDSC02906en ganzen Tag abhängen können, ohne dass ihnen der Arm weh tut. Selbst die Zehen und Finger haben sich zu Haken geformt. Noch nie hab ich solche Chiller gesehen.
Es sind Faultiere. (engl. Sloth)
Biologen haben vor kurzem eine wichtige wissenschaftliche Frage aufgeworfen: Wenn der Faultiermann die Dame seines Vertrauens begattet, vollzieht sich das dann ebenfalls im Zeitlupentempo? Haben Faultiere also “Slow-Sex”?

National Geographic hat hierzu genauer recherchiert und in der März-Ausgabe einen Artikel dazu veröffentlicht.
Die Wahrheit herauszufinden war für die Journalisten gar nicht so einfach, weil selbst in den Zoos niemand wusste wie lange es dauert und wie das eigentlich passiert.
Schlussendlich hatte ein Forscher Glück und konnte feststellen – das Faultier ist ein Meister westindischer Sexualpraktiken, es machts späktakulär, kopfüber. Nach ein zwei Versuchen klappt das dann meistens. Aber auch wenn sich im Leben dieses Tieres alles soooo langsam vollzieht, der Sex ist blitzschnell vorbei.
Aber wen wundert das, es ist schließlich anstrengend.

Wenig später sehe ich im Gebüsch ein kleines schwarzes Pelztier. Und gerade als ich aus nächster Nähe erkenne, dass um den Hintern dieses Tieres lauter Fliegen kreisen, höre ich hinter mir ein lautes “Go aaaawaaay!”. Eine zufällig vorbeikommende Amerikanerin mit grauem Tropenhut klärt mich auf, dass dies ein Stinktier sei und wenn es mich ansprüht, dann stinke ich drei Tage nach Stinktier und kriege das nicht mehr weg. Das wäre sicher auch eine interessante Erfahrung. Aber nein, selbst will ich die nicht machen. So viele Fliegen wie um den Po dieses Stinktieres kreisen, da ist einem die eigene Sitzreihe im Bus sicher.
Mit einem Stirnrunzeln gehe ich weiter und rufe meinem Travelmate zu:

“Hey Andy, komm mal her, hier ist ein cooles Tier, das musst du dir aus der Nähe ansehen!”

Vamos a la playa

Südnicaragua ist an der Küste im März sehr trocken. Nur wenige Bäume tragen Blätter. Etwas weiter im Landesinneren, wo der Lago Nicaragua das Land mit Süßwasser speist, findet man jedoch sehr üppige Vegatation.

Chinesische Investoren haben dort den Bau des Nicaragua-Kanals angestoßen. Er soll ähnlich wie der Panama-Kanal den Pazifik mit dem Atlantik verbinden. Baukosten 40 Milliarden, Länge ca. 300 km, Breite bis zu 530 Meter.

Laut Kritikern werden dabei 400 000 Hektar Regenwald und Feuchtgebiete zerstört. Und natürlich lässt sich kaum vermeiden, dass die riesigen Containerschiffe Salzwasser, Öl und Tiere sowie Krankheiten in das riesige Süßwasserreservoir, den Lago Nicaragua (der Chiemsee ist ein Teich dagegen) einschleppen. Wenn man mit den Menschen dort spricht, dann sind sich meiner Meinung nach nur die wenigsten im Klaren darüber mit welchem Preis sie sich dieses Projekt erkaufen. Aber wie soll jemand, der in Deutschland lebt, einem Land in dem jeder eine gute Ausbildung erlangen kann, einen Job und ein Auto hat, einem armen Nica erklären, dass man die Natur der Wirtschaft wegen nicht zerstören darf.
Fraglich bleibt weiterhin was der armen Landbevölkerung von den Milliardengewinnen am Ende bleibt, die Zersörung bzw. die negativen Auswirkungen auf deren Habitat sind dagegen  sicher.

Und dabei ist die Landschaft so schön. Ebenso die Strände. Playa Hermosa beispielsweise. An dem drei Kilometer langem und sehr breiten Strand befindet sich nur ein einziges Resort. Eine Eco-Lodge mit unzähligen schattigen Plätzen, vielen Hängematten, wunderbar leckerem Essen und wunderschönen Wellen.

Es ist unwirklich, man liegt in der Hängematte, liest ein Buch und die Geschichte darin bringt einem in Gedanken ganz weit weg. Und plötzlich schaut man hoch, und blickt auf diesen unglaublich langgezogenen breiten Strand, die großen Felsen im Wasser, die Wellen welche malerisch langsam in beide Seiten wegbrechen, das schäumende Wasser welches scheint als spiegeln sich Geschichten darin. In diesem Moment fällt es einem schwer zu entscheiden, ob nun die Gedankenwelt in die man durch das Buch eingetaucht ist, surreal erscheint oder das Dasein an diesem Strand. Es ist sicher keiner dieser karibischen Traumstrände mit den vielen Palmen und dem türkisem Wasser, doch die scheinbare Abwesenheit der Zivilisation an diesem Ort und die Macht der Wellen verleiht ihm seinen überwältigen Robinson-Cruso-Eindruck.

Hotel Estrella
Zeit ist in San Juan nicht relativ, sie ist rasant und kaum hat man sein Buch zugeklappt, findet man sich schon wieder zurück im Hotel Estrella, San Juan del Sur, erbaut 1929 und offensichtlich seitdem nicht renoviert. Die Balkone und die Fensterläden des weißen Hauses sind blau gestrichen und heben sich freudig ab, von diesem wunderschönen Kolonialhaus. Jeder Quadratzentimeter ist unique, jeder Riss, jedes Stückchen Fassade erzählt eine eigene Geschichte, die Holztreppe ist so durchgetreten, sie muss tausende, nein, Millionen von Fußtritten erlebt haben.

Könnte dieses Hotel Geschichten erzählen, er würde von den Wellen sprechen, welches sie tagtäglich begrüßen, die Palmen, welche ihre Blätter im Wind in Richtung Meer wiegen, fast so als wäre der Horizont nicht zu weit um eines Tages dorthin zu wachsen. Es würde die Geschichte von den Menschen erzählen, die es tagein, tagaus besucht hatten, von den schönen Tagen als es erbaut wurde, als es noch ein Glanzstück war, in der langgestreckten Bucht von San Jose. Menschen die hier gelacht, geweint, geliebt haben. Von der Anwesenheit spanischer Inquisitadoren bis hin zu den US-Marines.
Es würde erzählen von den stetigen Winden welche tagein tagaus die Fassade entlang streifen. Von dem Lachen der Menschen in den Zimmern, das hinaus auf den Strand schallt.

Es hat so viel erlebt und wenn man einige Nächte hier verbracht hat, dann ist es nicht mehr notwendig, die Geschichten erzählt zu bekommen, denn dann werden sie sichtbar. In den knarzigen Holzdielen welche jeden Schritt begleiten, in deren Astlöchern, durch die man einen Stock nach unten in das Foyer blicken kann, in den Schaukelstühlen aus antikem Holz, welche noch immer tadellos ihren Dienst verrichten, in den Lotteriescheinen aus dem anfänglichen 19. Jahrhundert, welche in einer Vitrine zur Schau stehen.

Und es wird noch viele Geschichten hören und erleben, noch ist Nicaragua ein Land für Backpacker und Abenteuerlustige. Doch schon bald wird es sich zu einem Reiseland für jeden entwickeln. Der Kanal wird die Wirtschaft, den Tourismus und die Leute verändern und mit ihm auch dieses Hotel.
Seine besten Tage mag es hinter sich haben, doch seinen Charme hat es dabei nie verloren.

DSC02786 DSC02789 DSC02784  DSC02771

Wie man sich am einfachsten ausrauben lässt.

Im Urlaub bestohlen zu werden ist einfach. Dazu muss man nur irgendwelche Gegenstände unbeaufsichtigt lassen. So wie das deutsche Pärchen welches gestern Nacht mit dem Mietwagen an einem Hostel am Parque National del San Antonio ankam. Sie waren kurz vorher für zehn Minuten am Strand und ließen ihre Rucksäcke für diese Zeit im Kofferraum des Fahrzeugs. Nun ist die Scheibe eingeschlagen und die zwei Rucksäcke inklusive der Reisepässe und den ganzen Medikamenten die hier schwer zu ersetzen sind, haben den Besitzer gewechselt. So etwas kann einem ziemlich schnell passieren wenn man unvorsichtig ist. Doch will man richtig ausgeraubt werden, so mit Messer oder Pistole, da braucht es schon mehr dazu. Eine gute Vorbereitung beispielsweise. Unbedingt in den Koffer müssen Gold- und Silberkettchen oder Ohrringe, die Prada Sonnenbrille und die D&G Handtasche damit man auch die nötige Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Einheimischen unglaublich gut darin sind, auf den ersten Blick zwischen echter Ware und Duplikaten zu unterscheiden. Auch eine schöne, glänzende Uhr ist ganz wichtig, sonst könnte man von den Ganoven übersehen werden. Die Nacht ist grundsätzlich günstiger. Man kann sich zwar auch am Tag ausrauben lassen, es ist jedoch ein wenig schwieriger, denn es ist wirklich heiß in diesen Ländern und wer will schon mit den ganzen geraubten Sachen davon rennen wenn es so heiß ist. Will man es trotzdem bei Tageslicht versuchen bietet sich die Möglichkeit mit einem großen, ausgefalteten Stadtplan ziellos durch die Randviertel einer Stadt zu laufen und sich ständig fragend umzusehen. Dabei regelmäßig das I-Phone aus der Tasche holen und nach Free-Wifi ausschau halten. Hat es am Tag nicht geklappt, kann man versuchen wenn die Sonne am Horizont verschwunden ist. Sich zuallererst maßlos zu betrinken erhöht die Chancen durchaus. Die Jungs lassen sich dabei an der Bar das härteste, selbstgebraute Getränk geben, am besten mit ein wenig Ethylen als Topping. Manche Männer schaffen es auch, im Rotlichtviertel K.O.-Tropfen verabreicht zu bekommen und dann wachen sie auf und alles ist weg. Selbst die Erinnerung an die Nacht. Auch die können dann eine Geschichte aus dem Urlaub erzählen aber die ist ziemlich kurz. Besser also ohne Gamma-Hydroxinbuttersäuere und nur mit Rum.

Beträufelt läuft man danach in Schlangenlinien alleine am Strand entlang. Meistens ist es ja so, dass nichts passiert wenn man die Gefahr herausfordert. Aber man kann ja nebenbei noch lautstark ein Lied gröhlen. Beispielsweise “Bargeldlos – durch die Nacht” oder ähnliches. Nur darf man sich im Anschluss nicht darauf berufen, dass man wegen seines Geldes niedergeschossen wurde. Es könnte auch wegen der Gesangskünste passiert sein. Ist es dann endlich vollbracht und der Täter steht mit gezogener Waffe vor einem hat man hoffentlich vorher den Reisekumpanen in der nahegelegenen Mülltonne versteckt, damit der von diesem Event ein Video erstellt. Sonst glaubt einem ja heutzutage keiner mehr.

Um es auf den Punkt zu bringen, man sollte um überfallen zu werden eine Mischung aus auffälligem Reichtum, gepaart mit fehlendem SelbstbewusDSC02771stsein an den Tag legen. Immer nur in den Boden sehen, keinen Blickkontakt suchen, schüchtern wirken! Aber sich sobald man ausgeraubt wird so viel wie möglich aufregen! Dann wird es ganz sicher spannenend. ;)

Viel Erfolg.

Nicaragua

Einreise

Noch nie habe ich jemanden mit einer solchen Hingabe stempeln sehen. Nun ja, eine Grenze zu überqueren bringt immer bürokratische Hürden mit sich. Aber an der Ländergrenze von Costa Rica nach Nicaragua ist die Einreise ganz besonders interessant. In einem recht windigen Zelt kurz nach der Grenze sitzen drei nicaraguanische Zollbeamte. Der erste stempelt eine DIN A4-Seite mit kleinen eckigen nicaraguanischen Behördenstempeln voll. Seine neben ihm sitzende nicaraguanische Mitarbeiterin schneidet die Stempel mit ebendieser Hingabe aus und die dritte nicaraguanische Kollegin misst mit einer weißen Plastikpistole, die aussieht wie aus Star Wars, meine Temperatur. Danach erhalte ich eines dieser kleinen Stempelkärtchen. Offensichtlich kein Ebola. Glück gehabt.
Mit dem kleinen Zettelchen geht es zur nächsten Station. Dort muss man einen Dollar zahlen um ein weiteres Zettelchen zu bekommen. Dann geht es zu einem kleinen, weiß getünchten Gebäude, bei welchem einem durch Taxifahrer Einreiseformulare für einen weiteren Dollar angedreht werden welche aber wie man schnell fest stellt, eigentlich kostenlos sind.
Hat man alle Zettelchen zusammen und alles brav bezahlt, muss man an der letzten Station die Zettel abgeben und erhält den Einreisestempel als Belohnung für den Spießrutenlauf.
Buenvenidos á Nicaragua.
Irgendwann kommen wir an – in San Juan del Sur, selbstbenanntes Surfmekka, Pforte und Host malerischer Traumstrände.

5-Sterne-Strände

Im dortigen Hostel Casa del Oro steht an der Hosteltür ein Ranking der nahegelegenen Strände: Hermosa, Remanzo, Coco Beach… Jeder Strand hat zwischen drei und fünf Sternen.
Jedoch geht es dabei nicht um die paradisische Aussicht oder die Gesamtverfassung an den sonnenverwöhnten Plätzen.
Es geht um Kriminalität.
Jeder einzelne Stern auf dem Ranking erhöht die Gefahr am Strand bestohlen zu werden.
Je mehr Sterne, desto ärmer geht man heim. Bei acht Sternen muss man nackt nach Hause laufen.
Ich bin mir sicher, der ein oder andere würde mir das jetzt glauben, aber ich kann alle Nicaragua-Interessierten beruhigen, ganz so drastisch ist es nicht. Eher im Gegenteil.
Die Traveller welche Nicaragua seit Wochen bereisen halten es für ein sicheres Reiseland wenn man die Hinweise der Einheimischen beachtet. Dass sich dagegen immer dort, wo sich viele Touristen tummeln auch viel Kriminalität wiederfindet, ist leider zu erwarten.

Jetzt könnte man trotzdem sagen: “Da fahr ich nie hin, ist mir viel zu gefährlich.”

Wäre aber schade.
Denn diese Warnungen gibt es in vielen Reiseländern, von Brasilien bis Südafrika.
Aber es ist gar nicht mal so einfach ausgeraubt zu werden. Aber für alle, die von ihrer Urlaubsreise wirklich mal etwas spannendes erzählen wollen, diesen Thrill purer Auslieferung spüren möchten, gibts im nächsten Beitrag die Anleitung dazu:

How to get robbed…

La pura vida

La pura vida

In den meisten Fällen in denen ich im Urlaub etwas unterschreibe handelt es sich um Haftungsausschlüsse. Formulare auf denen mir auf zwei Seiten erklärt wird, dass ich bei der Canopy-Tour in den sicheren Tod einwillige, beim Kitesurfen schwerwiegende Verletzungen davontragen kann oder niemals jemand nach mir suchen werde wenn ich beim Rafting aus dem Boot falle.
Mit solchen Formulierungen ist man standardmäßig einverstanden, weil in einem modernen Backpackerleben Gefahr und Freizeitgestaltung Hand in Hand gehen.

Bei meiner Ankunft im M&M Hotel am Playa de la Coco war meine Signatur jedoch in anderer Hinsicht gefragt. Auf dem Zettel stand, neben den Informationen über Frühstück und Check-out das dies ein “Chill Hotel” sei und man das als Gast zu respektieren hat. Mein Schicksal war somit besiegelt. Mit einem zügigen Pinselstrich willigte ich ein in die costaricanische Lebensart, unterschrieb ichDSC02755 die Verpflichtung, nicht zu schnell die Treppen hoch zu gehen, keine hektischen Bewegungen zu machen, mir Zeit zu nehmen um die Hauskatze zu streicheln und eine der vielen Hängematten ausreichend zu benutzen.

Man könnte sagen es ist ein Teil der hiesigen Konstitution – La pura vida.
Lebensgenuss, Freundlichkeit, Entspannung, slow food, slow life, slow motion.
Man spürt es wenn man durch die Straßen geht, die Leute tragen eine ganz besondere Art der Entspanntheit mit sich, sie lächeln viel und nicken einem auf der Straße grüßend zu.

Aber wo liegt dieses Land eigentlich, in welchem die Leute so glücklich wirken, welches seine Armee abgeschafft  hat und wo eine der umweltfreundlichsten Regierungen der Welt bestimmt, dass der Müll getrennt wird, was ich sonst in diesem Maße nur von Deutschland kenne.
Panama, Nicaragua, Honduras und ein paar weite Länder reihen sich ein in den seidenen Faden, welcher Südamerika mit Nordamerika verbindet.
Auch die Schweiz Mittelamerikas genannt, ist es ein Land mit fundierter sozialer Absicherung, wenig Obdachlosen, guten Bildungs- und Arbeitsbedingungen. Der Lebensstandard ist im Vergleich zu anderen Süd- und Mittelamerikanischen Staaten höher, die Preise für Touristen jedoch auch.

Die strategisch günstige Lage zwischen Peru und Mexiko macht das Land aber auch zunehmend anfälliger für Drogenbarone, welche unerkannt von der Bevölkerung Tonnen von Kokain auf der Panamerika in Richtung USA transportieren.

Doch davon bekommt man wenig mit, wenn einen die Hängematte, das Meer im Blick, salzige Brise in der Nase, das Gefühl der Schwerelosigkeit vermittelt welches mich diese Tage begleiten wird.

La pura vida – ich bin angekommen.

Morgen geht die Reise weiter nach Nicaragua. Eines der ärmsten Länder der Welt. Es vereint zwei Extreme in sich. Ökologisch ist es ein Paradies, wirtschaftlic h das Armenhaus Mittelamerikas.
Ich werde beide Seiten kennenlernen.

DSC02758

 

 

image

Zu Tode gelangweilt

Ja es ist richtig, zwei Jahre war es ziemlich still in diesem Blog. Das ist dem Studium zuzuschreiben. Doch das ist jetzt vorbei und in ein paar Stunden breche ich wieder auf. Ziel – Mittelamerika.

Man könnte meinen nach einer stressigen Prüfungszeit sollte man lieber einfach ein paar Wochen nichts tun. Nur im Strand liegen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und nicht auch noch einen Blog schreiben.

Doch ich muss es tun – alles andere könnte tödlich enden. Was die meisten nur für einen Scherz halten ist wahr: Man kann sich auch zu Tode langweilen. “Bored to death” sozusagen.

Bei dem wissenschaftlich noch recht wenig erfortschtem Phänomen handelt es sich um das “Bored-out-Syndrom“. Es hat ungefähr die gleichen Symptome wie das “Burnout-Syndrom”, tritt jedoch auf wenn der Patient an notorischer Unterforderung leidet.

Um sich nach einer stressigen Zeit zu erholen ist es tatsächlich effektiver dies aktiv zu tun. Am Besten mit einer Mischung aus Entspannung, Sport und Kreativität. Somit packe ich in den Eiscrusher eine Portion Sonne, gepaart mit ein paar Wellen und Strandflair, schalte ihn ein und lass ihn ganz lange laufen.

On top werde ich anschließend täglich bis zum Sonnenuntergang surfen und der Cocktail der zwischenzeitlich dabei herauskommt enthält hoffentlich ein paar spannende, aufregende und erheiternde Geschichten für euch.

Damit weder ich noch Ihr bored-out seid.

Die Reise führt uns von Nicaragua nach Costa Rica bis Panama. Wenn Ihr ganz viel Glück habt wird auch noch eine kleine Geschichte von New York als topping serviert.

In ein paar Stunden geht es los,

Hasta pronto!

Fernando

 

 

Gedanken

Ist man auf Reisen und vergleicht man da die Bekanntschaft zu neuen Menschen mit dem Fluss der Gedanken könnte man meinen: So manche kommen, so manche gehen.
Doch manchmal, wenn auch sehr selten, ist das anders. Einige Menschen bleiben und werden zu unseren Gedanken.

Deswegen sollte man sie immer zu Ende denken. Die Gedanken –  und die Menschen.

CIMG0286

Prostitution in Sweden – clash of cultures

Business as usual in Germany, outlawed in Sweden.
Prostitution.
Pretty much as it is a quite common thing for Germans, that we have the Reeperbahn in Hamburg and some offers on two feet at Hansastraße Munich, it differs in Sweden. Since 1999, a law brings social changings. Officially, there are no street-walkers´ patches, no Bordells, no questionable offers in the newspapers.
The regulation prohibits to buy Sex. Remarkable is, that just the Person who buys gets in conflict with the law. The one who prostitutes him or herself is free of charge. That desicion goes back to the consideration, that the Prostitute is always the one who regrets. Not just womens right movements see the women without exeption as victims of the situation.
Every Swede has its own opinion regarding this issue and in conversations with civilians, police officers and social dedicated persons, my impressions deepens. Almost nobody has ever met a girl who could give a convincing explanation that she has fun selling her body for money.  Most of the time, sexual abuse, drugs, crimes, neglicence, inferiority feelings, exploitations and helplessness are the sad backround.
Woman can earn a lot of money. But most of them don´t know how to make clever investments. Usually they spend their bucks for luxury things they don´t need, hoping it helps to forget their souls stinging pain. The money vanishes, the sorrow stays. A vicious circle.

Offers swiched to the internet. And there you can find the some of the most crucial criminals. Human traffickers.

They organize the world wide trafficking network. You can´t see it, you cant hear it. But nevertheless, there are more women kidnapped and decoyed than ever before. Criminals earn millions of dollars with it.
Girls, most of them attracted by good job-possibilities in european countries as hairdresser, maid or geriatric nurses get dramatically exploited afterwards. Drugged, humiliated, raped and robbed of their physical and mental identity. Their ability to lead a normal life is forever, irrecoverale lost.
A complete restriction on prostitution – in Germany as in the most European countries unimaginable.
Is such a prohibition desirable? To be honest, until my visit, I rarely got in touch with this issue. Starting with a big political and social discussion, the Swedish people doing their 15-year summary. It is both, positive and negative. There were a lot of changes in the society. When somewhere else, men are chattering about what Etablissement they should visit next, it is a taboo in Sweden. Almost nobody commits to have sex for money. Punters, men paying for sex, who get caught by the police during their attempts often confess. That gives them the advantage not to go to court what would be ashaming in Sweden.
Studies concerning that matters, bring the results, that the number of young men, taking the chance of buying sex are decreasing since the law was official.  A success? According to the supporters of the restriction – “yes”. But there are also negative aspects like to small charges and punishments, human trafficking as a enduring problem and there is still a lack of surveillance. But the pessimists concerns like for instance: “There will be an increasing of sexual abuse and rapings hasn´t become true. Like the expectation was, there are fortunately some more steps to take from the level of buying sex to being a rapist.
This report shouldn´t be an appell to the conscience. Nor a strong position, neither given results or recommendings about the right way. But this story should create the impression of how it could be the other way. A alternative of the social way of acting with this problem. And it should give an impression how a law can affect the society.
We should be able to diversify our own view on our social environment. Start thinking. Thoughts about our decisions and our attitude concerning a life in our society on one hand and peoples way of thoughts on the other hand.

Sweden and Germany are similar in many points. And then – that big difference and the missing acknowledge of that what we call “Normal Life”. How is such a big changing possible. There are lots of debates and you can´t never find a clear “Yes” or “No”.
But there is a personal opinion. And an opinion is indeed what everybody of us shout have at least.

To create some hope for the almost forgotten ones…

DSC02535

Prostitution und Menschenhandel – ein kultureller Vergleich

In Deutschland ein Stück Normalität, in Schweden sozial geächtet. Prostitution.
Während die meisten der Deutschen Bürger es als selbstverständlich ansehen, dass zu Hamburg die Reeperbahn und zu München heiße Angebote auf zwei Beinen in der Hansastraße gehören, sorgt in Schweden seit dem Jahre 1999 ein Gesetz für gesellschaftlichen Wandel. Offiziell gibt es keinen Straßenstrich, keine Bordelle, keine fragwürdigen Zeitungsanzeigen.

Die Verordnung verbietet Sex gegen Geld. Beachtlich ist, dass sich nur der Käufer strafbar macht. Die oder der Prostituierte bleibt frei von allen Sanktionen, denn sowohl soziale, staatliche Organisationen als auch Frauenrechtsbewegungen sehen Prostituierte ausnahmslos als Opfer der Situation. Durch das Gesetz soll sie vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt werden.
Jeder Schwede hat dazu seine eigene Meinung und spricht man mit Bürgern, Polizisten und sozial Engagierten wird deutlich, dass niemand von ihnen jemals eine Frau getroffen hat, welche nach längerem Befragen bei der schnell geäußerten Aussage geblieben ist, es freiwillig zu tun.
Viel mehr stehen hinter dem Eintritt in die Prostitution sexueller Missbrauch, Minderwertigkeitsgefühle, Drogen, Gewalt, Vernachlässigung, Ausbeutung, Hilflosigkeit.
Die Frauen verdienen teils viel Geld mit dem Verkauf ihres Körpers. Um den seelischen Schmerz zu ertragen kaufen sie sich Luxusgegenstände die sie nicht brauchen um den Schmerz für kurze Zeit vergessen zu können. Das Geld geht, der Schmerz bleibt. Ein Teufelskreis.
Ein komplettes Verbot der Prositution – in Deutschland wie in den meisten europäischen Ländern mit einigen Ausnahmen kaum vorstellbar.

Wäre das überhaupt erstrebenswert? Wenn man nicht in dieses Land reist und die Diskussionen aufgreift, wird man kaum mit der Thematik konforntiert.
Anfänglich als große politische Diskussion begonnen, ziehen die Schweden nach 15-jähriger Geschichte ein Resumée.
Dies ist sowohl positiv als auch negativ. Gesellschaftlich hat sich viel verändert. Wenn anderswo beim Nachmittagslunch zwischen Männern über den nächsten Ausflug in nahegelegene Etablissments gesprochen wird, ist dies in Schweden inzwischen verpöhnt. Kaum jemand gibt freiwillig zu, käuflichen Sex zu bevorzugen. Freier, die beim Anbahnen eines Schäferstündchens von der Polizei erwischt werden, legen meist ein Geständnis ab. So kommen sie meist mit einem Strafbefehl davon und entgehen der Schmach einer Gerichtsverhandlung. In Schweden eine Schande.

Dass zwar ein Auftreten als Freier, nicht jedoch das Anbieten von Prostitution unter Strafe steht sorgt dennoch für kontroverse Diskussionen. Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, die Frauen zu schützen, wenn sie erst gar nicht die straflose Möglichkeit hätten, ihre Dienste anzubieten? Die Meinung dazu ist kontrovers.

Der Markt der frivolen Angebote hat sich derweil weiter ins Internet verlagert. Dies liegt auch daran, dass es eine gute Möglichkeit entstehen lässt, sich mit Suchenden unerkannt und ohne öffentlich auftreten zu müssen, verabreden zu können. Und es bietet eine gute Plattform für eine der skrupellostesten Verbrecher dieser Welt: Menschenhändler.

Frauen, vorwiegend unter einem Vorwand ins Land gelockt, dort als Altenpflegerin, Frisörin oder Haushaltshilfe Arbeit zu finden, werden drastisch ausgebeutet, unter Drogen gesetzt, erniedrigt, missbraucht – versklavt. Die Täter berauben sie stichwörtlich ihrer körperlichen und psychischen Identität und hindern sie oft für immer und unwiederbringlich daran ein normales Leben zu führen.

Eine Studie die sich mit dem Thema befasst, kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Rate der Männer, welche in jungen Jahren käuflichen Sex erwirbt in den Jahren seit Einführung des Gesetzes drastisch verringert hat. Ein Erfolg? Wenn es nach den Meinungen der Befürworter geht durchaus. Doch noch immer gibt es negative Aspekte. Zu wenig Überwachung, zu geringe Strafen für die Gesetzesübertretungen, weiterhin bestehender Menschenhandel und ein Abdrängen der Szene auf nur schwer zu kontrollierende Internetseiten mit Server im Ausland. Doch die Anfangs von vielen Kritigern gern gesehene Botschaft, dass es ohne die Möglichkeit, bezahlten Sex zu erlangen eine drastische Steigerung der Missbrauchsraten geben wird, erfüllte sich nicht. Wie zu erwarten liegt zwischen käuflichen Gelüsten, Enthaltsamkeit und der Fähigkeit, einem Menschen diese schlimme Bürde der Vergewaltigung aufzuerlegen glücklicherweise noch ein weiter Weg.

Dieser Bericht soll keine Hommage an das Gewisssen sein. Keine Parteiergreifung, keine vorgefertigte Lösung.
Aber er soll aufzeigen, dass es auch anders geht, er soll erkennen lassen wie wandlungsfähig eine Gesellschaft sein kann und wie stark Gesetze unser Zusammenleben bestimmen.
Wir sollten im Stande sein, einen diversifizierten Blick auf unsere Umwelt zu werfen. Zur Gedankenanregung. Gedanken über unsere Entscheidungen und unsere Einstellung zum Leben in unserer Gesellschaft einerseits und über  gesellschaftlichen Wandel andererseits. Schweden und Deutschland sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich. Und dann diese Diskrepanz durch die fehlende Anerkennung des für uns Alltäglichen. Wie ist solch eine Wandlung möglich?

Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es gibt kein klares Ja oder Nein. Aber es gibt eine persönliche Meinung zu Problemen in unserer Gesellschaft. Und zumindest diese Weitsicht sollte jeder von uns besitzen.

DSC02535

Hoffnung…?

Mosaic of Memories

Sometimes, I just close my eyes.

Especially when I am at a wunderful place, first time in life.  I did it many times – in front of nature miracles like the Glaciar Perito Moreno, the Ha Long Bay or great places like the Chapmans Peak Drive or even when I was facing a nice sundowner at camps bay, SA.
I closed my eyes and I switched into imagination. I tried to create the same scene witch was surrounding me. I imagined – how would this place look like if I open my eyes again in a few moments.

Sometimes, I close my eyes. So do I today.

Calmly meditating, I feel the slightly breeze, realize its salty taste, hear the voices of the city and try to imagine. I try to conceive the houses red bricks in front of me, the nice shaped ornaments, the hill and the park with the monument I´m standing on. The warm orange lights whitch shine out towards me. I imagine the cars driving around, searching its way through the dark and the people hiding behind thick jackets, standing the cold.
Then… I open my eyes again and I find myself right where I´ve expected to be. Seems like nothing has changed.

 But thats ain´t the truth. My mind has changed. From now on, this imagination has a little place in my head, like a spot in an Mosaik, and whenever I like, I can call for it and make it real. But I´ve conserved not just the view. I remember the feelings that had surrounded me, the noises of huge ice, breaking down from the glacier, the birds songs, flying at Camps Bay Beach, the absolute balance, created by the rocks of the the Ha Long Bay, the odors, peoples chattering… Just a moment of imagination awards me with a lifetime memory.
This time it is Göteborg, Sweden. I close my eyes again. Just one more time. Can you imagine?

There it is. One more colorful stone in my selfmade mosaic of memories.

DSC02510

Menschen gehen – und mit ihnen die Erinnerung

Es war ein langes Gespräch. Eine Runde junger Leute sitzt am Tisch und lauscht gespannt seinen Ausführungen. Keiner kennt ihn so recht, aber das was er erzählt ist packend, mitreißend – emotional.

Die grauen Haare, sanfte Stirnfalten, die gealterte Stimme. Alles deutet auf sein Alter hin. Seine hellwachen Augen, die Leidenschaft mit der er erzählt und die Lebenserfahrung die aus seinen Sätzen spricht wirkt hingegen erfrischend jung. Der Mann ist 85 Jahre. Mit nachdenklichen Worten erzählt er von Krieg, den Wirren, Ängsten aber auch von den glücklichen Momenten dieser Zeit. Er erzählt die Geschichte als er mit 16 Jahren und zig andren als letztes Aufgebot im Volkssturm einen aussichtslosen Kampf gegen übermächtige Panzereinheiten antreten sollte. Wie er glücklich verschont wurde. Vom Auffinden seines unversehrt gebliebenen Elternhauses. Als er in den zerstörten Stadtteilen Granatsplitter sammelte. Nebenan brannten noch die Ruinen.

Es sind die letzten Jahre, in denen wir noch die Möglichkeit haben, mit Zeitzeugen zu sprechen, die diese schrecklichen Momente am eigenen Leib erleben mussten. Es sind nur noch wenige von ihnen unter uns. Wir, unsere Kinder werden später alles in Geschichtsbüchern nachlesen können, aber in das Gesicht eines Menschen zu blicken, während er seine Angst schildert, die er hatte als er zusammen mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn bei vollkommener Dunkelheit im Keller saß. Oben über ihnen die Geräusche von berstenden Balken, von fallenden Trümmern. Die Geräusche des einstürzenden Gebäudes über ihnen – als die Bomben fielen und die Welt zusammenzubrechen scheinte

Diese glasigen Augen, diese Authentizität, das kann kein Geschichtsbuch.

Doch jene Menschen scheiden aus unserer Welt – und mit ihnen ihre Erinnerung.

Die Gedanken verschwinden zunehmends, ihre Schätze wie Lebensweisheit, Erfahrung und Gefühle verblassen. Unsere Welt verliert an Erfahrung.

Wir kennen die Zeit nach dem Krieg. Den Wiederaufbau, die Hoffnung, die Welt des Luxus. Die Zeit im und vor dem Krieg ist uns inzwischen so fremd wie das Leben ohne Essen, ohne, Elektrizität, ohne Kommunikation. Ja wir verdrängen es. Sind wir davor gewahrt, das es nicht wieder einmal so kommt?

Wir begegnen so oft alten Menschen, sie sagen, dass sie bald nicht mehr sind, dass ihr Leben vorbei ist, das sie bald gehen werden. Und wir – verdrängen. Wollen es nicht wahr haben. Lenken ab. Denken an etwas anderes.

Diese Menschen haben Recht. Sie werden gehen. Und wir sollten nicht versuchen diese Tatsache aufs Abstellgleis zu schieben sondern ihnen die Möglichkeit geben, an ihrem Leben teilzuhaben solange wir noch können. Die richtigen Fragen zu stellen.

Erzähl mir, wie war dein Leben?”

Mit der Anwort wird auch ihre Erinnerung und ihre Erfahrung in uns weiterleben. Und die Menschen werden dankbar sein, sie mit uns zu teilen, sie uns mitzugeben zu können.

Diese Menschen sind nicht einfach nur alt, vor allem sind sie unglaublich weise. Öffne dich ihnen und du könntest nochmal ins Staunen geraten.

Es ist eine Möglichkeit. Vielleicht die Letzte.

DSC00312

Twenty-six windows to catch the sunset….

Wäre es nicht erstrebenswert mal wieder einen Gang zurückzuschalten? Das Leben einfach an einem vorbei- springen, hüpfen, tanzen –

an einem vorbe i  z  i  e   h   e    n           zu lassen?

Nur auf den Horizont zu achten um zu registrieren, dass gerade nichts AUFregendes passiert?

Am nächsten Morgen aufstehen und feststellen, dass alles noch so ist wie am Tag zuvor? Als wäre die Zeit stehen geblieben. Sich mit einer Tasse Tee auf die Holzdiele setzen, die Füße baumeln lassen und feststellen, dass sich nichts verändert hat außer die Ruhe, die Gelassenheit, der innere Friede in uns selbst?

Bräuchten wir nicht alle manchmal genau so einen Ort, an dem wir einfach wir selbst sein können. So weit weg von all den Verpflichtungen, die unsere kindlich naive Phantasie vom schönen Tag so in die Ecke drängen? Ein Ort, der die wunderbare Eigenschaft hat, auch die schönen Momente zu sehen, welche uns eben gerade nicht aufregend erscheinen. Dabei können diese umwerfend spannend sein…

Zwei Menschen zeigen uns wie so etwas aussehen kann. Nehmt euch ein paar Minuten, entfacht euer Herz mit einem Hauch Romantik und wenn ihr heute Abend die Augen schließt, dann entführt euch die Phantasie zu eurem eigenen

Haus am See…

DAs VIdeO:

und die passenden Bilder dazu:

http://homes.yahoo.com/photos/photos-nick-olson-and-lilah-horwitz-s-glass-house-in-the-woods-slideshow/

Ein Diebstahl und seine Folgen…

Es ist 19.55 Uhr und ich stehe im Supermarkt beim Bäcker. In zehn Minuten werde ich zuhause sein, mir ein kühles Getränk aufmachen und meine Zähne zwischen Olivenbrot und Heukäse hin und her baumen lassen. Wäre da nicht dieser Diebstahlwarner der hinter mir an der Kasse Alarm schlägt. Mein Blick fällt auf eine Dame Mitte 30, welche versucht sich unauffällig an der Kasse vorbei zu schleichen. Doch der schrille Alarmton bündelt die Blicke der um sie stehenden und lässt die Unscheinbarkeit verpuffen.

Die Unsicherheit steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie blickt zu Boden und eine Strähne ihrer schwarzen Haare fällt auf ihr Gesicht. Die Kassiererin fordert sie auf, noch einmal durch das Sicherheitsmodul zu gehen. Es blinkt und pfeift erneut.

Sie hat gestohlen.

Man muss kein Detektiv sein um das zu erkennen. Sie will sich zurück in den Warenbereich schleichen. Um dort die Sachen ungesehen zurückzulegen? Die Kassiererin fordert sie auf an der Kasse zu bleiben und ruft nach dem Chef.

Ohne mir viele Gedanken zu machen, bezahle ich mein Brot und gehe zum Ausgang. Einer von tausenden Ladendiebstählen, was solls.

Draußen angekommen will ich mein Fahrradschloss lösen und sehe durch die Glasscheibe vor mir die Frau mit samt ihren drei Tüten in einem unbeachtetem Moment die Flucht antreten.

Ich fordere sie auf stehen zu bleiben. Sie läuft schneller. Und da ist es, mein Problem. Ich kann nicht zusehen wenn etwas Unrechtes passiert. Und schon gar nicht wenn jemand von mir wegläuft. So laufe ich also hinterher. Zehn Meter später habe ich sie eingeholt, spreche sie an und halte sie fest.

Sie fühlt sich sofort ertappt, sagt sie hätte nichts geklaut und versucht sich los zu reißen. Alle meine Forderungen, dass sie mit mir in den Laden gehen soll, verneint sie und versucht weiterhin davon zu kommen. Vielleicht hätte ich sie sogar gehen lassen, vielleicht hätte ich nichts weiter gemacht. Nur eine Erklärung war sie mir schuldig. Es ist die Boshaftigkeit in ihren Augen, die meinem guten Willen entgegen läuft und so informiere ich die Polizei.

Und die kommt erst mal nicht. Und so steh ich nun. Mit einer inzwischen extrem renitenten Dame, die sich ständig losreißen will, um Hilfe schreit und die ich inzwischen schon mit Gewalt an die Wand des nahen Gebäudes drücken muss. Aus dem Laden ist niemand gefolgt. Zig Leute gehen von der U-Bahn nach Hause, kommen an mir vorbei und schauen mich an als wäre ich ein Gewaltverbrecher. Ich freue mich über die Münchner Zivilcourage, auch wenn sie höchst unpassend ist. Alle paar Sekunden muss ich mich erklären, warum ich das schreiende Paket vor mir nicht los lassen will, dass inzwischen ihren Kopf gegen die Wand schlägt. Will sie mir später ihre Verletzungen zurechnen? Es regnet. Ja, es regnet, die Leute schauen mich entsetzt an, ich halte eine Ladendiebin fest, der ich in kürze den Arm brechen werde wenn sie nicht aufhört sich zu wehren und von der Polizei keine Spur. Meine Bäckertüte ist durchnässt, das Brot wurde wieder zu Teig.

Zehn Minuten später habe ich ein paar Passanten für mich gewinnen können, die mir beistehen und durch ihre Anwesenheit die Last des Verbrechers von mir nehmen, nachdem ich ihnen erklärt habe was passiert ist.

Und dann kommt auch die Polizei, die Frau beginnt zu weinen und sagt, dass sie nicht ins Gefängnis will, da sie nur auf Bewährung draußen ist. Der Sachverhalt wird geklärt und ich kann nach Hause fahren.

Hat sich das gelohnt?

Der Supermarkt wäre wohl nicht pleite gegangen, wenn sie entwischt wäre. Die Frau muss vielleicht zuhause ihre Kinder ernähren und ich habe sie jetzt der Polizei übergeben, möglicherweise nur deshalb weil sie ein paar Lebensmittel geklaut hat. Eventuell hat sie keine Aufenthaltsgenehmigung und wird jetzt abgeschoben. Und 15 Minuten lang haben MICH die Leute angestarrt wie einen Verbrecher.

Hat sich das Drama gelohnt? Nur wegen einem Diebstahl?

Eine Streitfrage. Doch wie würde wohl unser Zusammenleben aussehen, wenn alle Werte die wir besitzen, also auch die scheinbar verzichtbaren wie Anstand und Ehrlichkeit her schenken. Wenn wir wegsehen, wenn wir sie ziehen lassen wie einen Umstand, der uns gerade nicht in den Sinn passt. Schlittern wir dann nicht noch mehr in eine Gesellschaft, in der jedem alles egal ist, in welcher der eine nicht wissen will, was der andere tut und wir alle in einer Seifenblase aus Gleichsinn durch den Nebel der Belanglosigkeit schweben?

Ich werde es wieder tun. Selbst wenn ich es nicht wollte, ich kann nicht anders. Ein so tief in mir sitzender Drang nach Gerechtigkeit, den ich nicht abschalten kann. Das wird sich nie ändern. Und ich werde mich danach wieder fragen ob es richtig war. Und solange man sich diese Frage stellt, wird man seine Standhaftigkeit bewahren. Denn man zieht die Grenze jedes Mal neu. Unser Gerechtigkeitssinn sucht ständig nach Referenzen. Zwischen dem was richtig und dem was falsch ist. Eine schwer zu definierende Grenzlinie. Nur dieser stetige Gedanke kann die Zacken des Zweifels verwischen.

Halten wir ihn lebendig.

Sie experimentierten…

Unsere Vorfahren experimentierten mit der Natur. Schon seit Jahrhunderten. Sie änderten Temperatur, Zusammensetzung, Herstellungsdauer, Zeit, Größe, Gewicht, Aussehen, Form –  in Nuancen. Mit viel Bauchgefühl. Seit Jahrhunderten experimentieren sie. Und die Jahrzehnte lange Hingabe hat Dinge hervorgebracht, die der Perfektion gleich kommen. Delikatessen, Gaumenfreuden, Festtagsessen.

Sie verwenden für unsere Grundnahrungsmittel schon immer die gleichen Herstellungsweisen. Seit Jahrhunderten.

Und wir – unsere Generation – schafft es, den Wert dieses Schatzes innerhalb weniger Jahre zu Staub zu zermahlen. Wir verwenden Kunstsauerteig für unser Brot, erfinden Analogkäse aus Milcheiweiß und Zusatzstoffen und den Schinken kleben wir mit Transglutaminase zusammen.

Warum? Weil es im Regal ein paar Prozent weniger kostet schütten wir lieber ein paar Tropfen aus dem Reagenzglas in unser Essen als die Arbeit eines Menschen zu würdigen, der frühmorgens nur für uns aufsteht um uns etwas Erstklassiges zuzubereiten.

Wir alle essen gerne kostenlos. Doch essen wir auch gerne umsonst? Ist Essen nur Überleben oder ist essen Erleben? Ist die Zeit die wir mit dem Essen verbringen verlorene Zeit oder könnte jeder Biss ein Stück erholsame Zeit in unseren gestressten Alltag bringen?

Wer die Alltagsausrede “Es gibt ja schon nichts anderes mehr als chemikalisch aufgerüstetes Wunderessen!“, benutzt, liegt nur nahe an der Wahrheit. “Es wird bald nichts mehr anderes geben!”, trifft sie auf den Punkt. Wir müssen über unseren eigenen Schatten springen. Nicht nur als Verbraucher sondern auch als der Student, der in einigen Jahren als Führungsperson in der Lebensmittelindustrie arbeitet, als Elternteil, das ihr Kind am Drive In bestellen lässt, wo ihm die Stimme aus dem Lautsprecher die traditionellen Werte über unser Essen erklärt, als Freund, der seinen Begleiter überredet, den Fabrikbäcker links liegen zu lassen und einen Umweg zum Familienbetrieb mit eigener Herstellung zu machen, als Kantinenwirt, der jeden Tag für 1500 Menschen das Mittagessen zubereitet.

Wenn wir das Förderband weiterhin laufen lassen und unsere Lebensmittel nicht beim Handwerk kaufen sondern des Preises wegen NUR in der Fabrik vom Band kratzen, werden auch noch die letzten richtigen Bäcker ihren Laden schließen, die kleinen Käsereien von der Industrie aufgekauft und zu Massenfertigung erzogen und die übrig gebliebenen Metzgereien ihre Eigenschlachtung aufgeben müssen.

Es liegt wiedereinmal an uns zu handeln. Nicht nur heute. Sondern jeden Tag.

Essen ist eine Einstellung, ein Lebensgefühl, ein Handwerk, eine Kunst! Kein, sich aufdrängendes, schnell und billig zu stillendes Bedürfnis.

Wir müssen keine alleshinterfragenden Übermenschen werden, die jede Kaufentscheidung wissenschaftlich nachvollziehen wollen.

Wir müssen nicht alle Verfechter von 100% Bio werden oder Selbsterzeuger, Veganer, oder Frutarier. Doch ein bisschen Weitblick und Vernunft dürften wir von uns erwarten. Beim Einkauf, im Restaurant, in der Küche.

Denn es kommt nicht von ungefähr.

Das gute Gefühl im Bauch!

CIMG0470

Sunset inspiration

Kein Wort, kein Satz kann ihn beschreiben,
ist er doch so schnell vorbei.
Ein Wunder, würd er ewig bleiben,
der Horizont teilt ihn entzwei.

Kaum schönres gibts als diese Farben,
und welch ein Bote mag das sein,
der solch ein traumhaft Bild kann tragen,
vom Himmel hinab tagaus tagein.

Es fesselt mich, kann nicht entweichen
sitz ich hier, träume unentwegt,
die Ewigkeit sollte er erreichen,
der Sonnenuntergang, der nie vorrüber geht.

Mui Ne, Vietnam, 04.02.2013
 
Sonnenuntergang

Sea and Sand

Das letzte Kapitel meiner Reise hat seinen Ursprung in den von der Andamanensee umschlossenen Inseln Südthailands. Unzählige kleine Gebilde, die majestätisch aus dem Wasser ragen, Kokosnusspalmen, die helle Strände verzieren… Riffe, die tausende Fisch- und Korallenarten beherbergen.

Der tropische Wind kündigt sanft die unzähligen Schönheiten an und lässt mich in jedem Moment einen Hauch Paradies fühlen.

DSC01963

My journey´s last chapter occurs in the most southern part of Thailand. There are a lot of majestic islands, surrounded by the Andaman Sea. They are decorated with coconut-palms, rising from the bright, white sand and colorful reefs providing hiding places for a lot of fishes and corals.

The tropical wind and the combination of beauties let you feel the breeze of paradise.

Die Nasenaffen und ihre Verwandten

Manchmal erschafft die Natur seltsame Geschöpfe. Tiere beispielsweise. Wir sind auf der Suche nach einer Spezies in den Wäldern von Kinabantangan. Nasenaffen – mit Riechkolben, so groß wie Essiggurken. Im Palmenrestaurant direkt am Fluß gelegen warten wir auf den Bootsmann, der mit uns in die schmalen Kanäle fahren wird, die Zufahrtswege in den Regenwald.

DSC01592Ein paar Minuten später sind wir unterwegs. Eine Vielzahl grüner Pflanzen begrenzt den Fluss zu beiden Seiten. Zwischen den Büschen am Ufer kann man auf Stelzen gebaute Häuser entdecken. Vögel wie der edel anmutende Eisvogel (Kingfisher) oder der extravagante Hornvogel (Hornbill) dekorieren den Himmel mit exotischen Farben. Unser Tourguide macht einen guten Job und entdeckt eine grüne Viper, die perfekt getarnt auf einem Ast am Ufer auf Beute wartet. Der Fahrer reduziert die Geschwindigkeit und wir biegen in einen der schmalen Kanäle ein. Vor uns bewegen sich die Äste. Das müssen größere Tiere sein. Wir fahren näher ran und sehen mehr und mehr von ihnen. Makaken. Diese Art findet man hier häufig. Aufgeweckte kleine Äffchen die ohne zu Zögern von einem Ast zum nächsten springen. Dabei stoßen sie schrille Rufe aus und schlagen sich auch mal gegenseitig wenn es die Erziehung erfordert. DSC01819Kurz danach entdecken wir ein Highlight. Einen wild lebenden Orang Utan (siehe Gallerie), der auf den richtigen Zeitpunkt wartet um den Kanal zu überqueren. Die Aufregung im Boot steigt, Spiegelreflexkameras klicken. Erfreut über die Entdeckung gleitet unser Boot tiefer in den Urwald. Und dann, nach ein paar Minuten konzentriertem Suchens sehen wir sie:
Die erste große Nase. Gefolgt von einem starken Nacken und einer muskulösen Schulter kommt schließlich – ein Bauch wie ein Bierfass. Das muss der Chef der Nasenaffenbande sein. Sitzt oben auf seiner gemütlichen „Ast-Couch“ und beobachtet seine Mitarbeiter. Alles Frauen.

Ungefähr 20-25. Unmöglich sie zu zählen, denn drei springen links, zwei schwingen nach rechts, vier kraxeln hoch und eine hüpft diagonal ins Nirgendwo. Das ist Äffchen Speedclimbing in drei Dimensionen.
Interessiert betrachte ich die große Nase des Häuptlings und sie erinnert mich an ein dutzend Bekannter. Dieser Affe ist die 100 %ige Kopie “moderner” Menschen. Er imitiert sie. Und darin ist er Perfektionist.

Er sitzt auf seinem Ast – genauso entspannt wie manche Menschen vor dem Fernseher. Sein Blick ist gelangweilt, genau so als würde er vor dem Fernseher sitzen und dann kaut er noch auf einem Stück Bambus herum – als würde er vor dem Fernseher sitzen. Die Packung Chips würde gerade noch fehlen.DSC01799
Vor allem aber ist er relaxed. Sein langer weißer Schwanz stabilisiert ihn nach hinten und sein dicker Bauch nach vorne. Umkippen unmöglich und das machst selbst den härtesten Ast zu einem bequemen Sessel.
Bei so viel Aufregung geht der Tag schnell zu Ende. Aber es wird nicht lange dauern, dann geht der Vorhang der Manege wieder auf und die Vorstellung beginnt von Neuem.

Für uns waren es aufregende Stunden – für den Chef der Nasenaffen war es nur wie ein Tag vor dem Fernseher.