La pura vida – Costa Rica

La pura Vida

In den meisten Fällen in denen ich im Urlaub etwas unterschreibe handelt es sich um Haftungsausschlüsse. Formulare auf denen mir auf zwei Seiten erklärt wird, dass ich bei der Canopy-Tour in den sicheren Tod einwillige, beim Kitesurfen schwerwiegende Verletzungen davontragen kann oder niemals jemand nach mir suchen werde wenn ich beim Rafting aus dem Boot falle.
Mit solchen Formulierungen ist man standardmäßiDSC02755g einverstanden, weil in einem modernen Backpackerleben Gefahr und Freizeitgestaltung Hand in Hand gehen.

Bei meiner Ankunft im M&M Hotel am Playa de la Coco war meine Signatur jedoch in anderer Hinsicht gefragt. Auf dem Zettel stand, neben den Informationen über Frühstück und Check-out das dies ein “Chill Hotel” sei und man das als Gast zu respektieren hat. Mein Schicksal war somit besiegelt. Mit einem zügigen Pinselstrich willigte ich ein in die costaricanische Lebensart, unterschrieb ich die Verpflichtung, nicht zu schnell die Treppen hoch zu gehen, keine hektischen Bewegungen zu machen, mir Zeit zu nehmen um die Hauskatze zu streicheln und eine der vielen Hängematten ausreichend zu benutzen.

Man könnte sagen es ist ein Teil der hiesigen Konstitution – La pura vida.
Lebensgenuss, Freundlichkeit, Entspannung, slow food, slow life, slow motion.
Man spürt es wenn man durch die Straßen geht, die Leute tragen eine ganz besondere Art der Entspanntheit mit sich, sie lächeln viel und nicken einem auf der Straße grüßend zu.

Aber wo liegt dieses Land eigentlich, in welchem die Leute so glücklich wirken, welches seine Armee abgeschafft  hat und wo eine der umweltfreundlichsten Regierungen der Welt bestimmt, dass der Müll getrennt wird, was ich sonst in diesem Maße nur von Deutschland kenne.
Panama, Nicaragua, Honduras und ein paar weite Länder reihen sich DSC02758ein in den seidenen Faden, welcher Südamerika mit Nordamerika verbindet.
Auch die Schweiz Mittelamerikas genannt, ist es ein Land mit fundierter sozialer Absicherung, wenig Obdachlosen, guten Bildungs- und Arbeitsbedingungen. Der Lebensstandard ist im Vergleich zu anderen Süd- und Mittelamerikanischen Staaten höher, die Preise für Touristen jedoch auch.

Die strategisch günstige Lage zwischen Peru und Mexiko macht das Land aber auch zunehmend anfälliger für Drogenbarone, welche unerkannt von der Bevölkerung Tonnen von Kokain auf der Panamerika in Richtung USA transportieren.

Doch davon bekommt man wenig mit, wenn einen die Hängematte, das Meer im Blick, salzige Brise in der Nase, das Gefühl der Schwerelosigkeit vermittelt welches mich diese Tage begleiten wird.

La pura vida – ich bin angekommen.

Morgen geht die Reise weiter nach Nicaragua. Eines der ärmsten Länder der Welt. Es vereint zwei Extreme in sich. Ökologisch ist es ein Paradies, wirtschaftlich das Armenhaus Mittelamerikas.
Ich werde beide Seiten kennenlernen.

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