Das schnellste Tier der Welt

Nahe des Waterbergs in Namiba liegt der Cheetah Conservation Fund (CCF). Ein Forschungszentrum, welches für den Schutz und die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Geparden gegründet wurde.

Es stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass ein Raubtier, welches Spitze bis zu 120 km/h läuft und damit den perfekten Jäger darstellt, in seiner Existenz bedroht sein kann.

Das Problem ist nicht zuletzt menschengemacht. Geparden jagen am Tage, da sie für ihre pfeilschnellen Läufe gutes Licht brauchen um die Beute zu fokussieren. Ihr athletischer Körper ist perfekt an die Bedingungen angepasst, das Fell tarnt sie im hohen Gras, die schwarzen Streifen an der Schnauze dienen dazu, Lichtreflexe im Blickfeld zu vermindern.

Wird nun irgendwo auf den Farmen eine Ziege gerissen, werden meist die Geparden verantwortlich gemacht, da sie als tagaktive Jäger viel öfter von den Farmern gesehen werden als die nachtaktiven Leoparden oder die Hyänen. Als Konsequenz daraus werden die Geparden als Übeltäter durch die Bauern auserkoren und erschossen.

Der CCF sucht nach Wegen, das Problem zusammen mit den Farmern zu lösen. So befindet sich auf derem Gelände eine Zuchtanlage für den anatolischen Hirtenschutzhund, welcher Ziegenherden sehr effektiv schützt.

Wir werden per Video und Führung in die Arbeit des Funds eingeführt. Es befinden sich um die 39 Geparden unter Betreuung. Wird ein Weibchen geschossen, können deren Jungen, soweit sie das Alter von zwei Jahren nocht nicht erreicht haben, nicht eigenständig überleben. Der CCF nimmt sie auf und sorgt dafür, dass sie in Würde altern können. Es gibt auch Fälle, in denen Gepardenmütter erschossen wurden um deren Jungen als Haustiere aufzuziehen. Bis sie nach einigen Tagen merkten, dass es doch wilde Tiere und keine Hauskatzen sind…. Eine Auswilderung ist leider nur möglich, wenn die Geparden in Freiheit bereits lernten, wie und welches Wild sie jagen können.
Cheetahs, welche für die Auswilderung in Frage kommen, werden in großen Gehegen abseits der Besucher gehalten und nach teilweise erst zwei Jahren ausgewildert. Dann, wenn deren Krankheiten oder Verletzungen geheilt sind oder wenn sie vom Menschenkontakt, welchen sie evtl. in vorheriger Gefangenschaft erlebt hatten, entwöhnt sind. Denn der Gepard ist an sich ein sehr friedlebendes Tier, welcher sich schnell an Menschen gewöhnt. Erfolgt die Auswilderung zu früh, besteht die Gefahr, dass er die Nähe von Farmen suchen und dort schnell einer Kugel zum Opfer fällt.

Geparden, bei denen die Auswilderung nicht möglich, die Gewöhnung an Menschen jedoch unproblematisch ist, können auf dem Gelände der Station bestaunt werden. Aus nächster Nähe und ohne, dass ein Schutzgitter notwendig wäre, können wir uns von ihrer edlen Gestalt begeistern lassen. Ihre Ruhe und Anmut ist beeindruckend. Sie bewegen sich so grazil und bedacht, als würden sie mit den Tatzen die Erde streicheln wollen, auf der sie sich bewegen. Ihr Blick ist scharf und durchdringend und erspäht die Beute noch in drei Kilometern Entfernung. Wenn man eine Zeit neben ihnen verharrt springt ihre sanftmütige Art auf einen über und es ist nur schwer zu verstehen, wie es sein kann, dass dieses Tier in so großer Anzahl und so leichtsinnig getötet wird, nur weil es einigen zu viel Mühe ist, Lösungen zu finden um eine Koexistenz zu ermöglichen.
Ein Schnurren ist zu hören, als wir uns auf den Rückweg machen und erinnert uns daran, dass es Katzen sind, die wir hier vor uns haben. Nur ein wenig größer und um ein vielfaches schützenswerter.

Es bleibt die Hoffnung, dass auch unsere Kinder eines Tages die Möglichkeit haben, diese Tiere in der Wildnis zu beobachten und nicht nur im dicken Bilderbuch der ausgestorbenen Arten. Langsam dringt es in das Bewusstsein der Bewohner, dass der Reichtum eines Landes auch in der Natur besteht, die es beherbergt. Was zerstört wird ist oft unwiederbringlich.

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