Das langsamste Tier der Welt

Der Parque National del San Antonio an der costarikanischen Pazifikküste ist nicht sehr groß. Aber hier leben einige der witzigsten Tiere die ich je gesehen habe.
Sie sind grau und ziemlich behaart. Sie haben eine Schnauze welche ein wenig an ein Schweinchen erinnert. Und sie sind langsam. So ungefähr wie ein Beamte. Nein, noch langsamer, sie dösen 20 Stunden am Tag. Den Rest hängen sie gechillt am Ast und bewegen sich gerade soweit, damit sie irgendetwas zu fressen erhaschen können. Kopfüber natürlich. Sehr reinlich sind sie auch. Wenn sie mal aufs Klo müssen steigen sie vom Baum herab, aber weil es so anstrengend ist wieder hoch zu klettern, tun sie das nur einmal die Woche. Ihre Anatomie hat sich durch die Evolution so ausgebildet, dass sie dDSC02906en ganzen Tag abhängen können, ohne dass ihnen der Arm weh tut. Selbst die Zehen und Finger haben sich zu Haken geformt. Noch nie hab ich solche Chiller gesehen.
Es sind Faultiere. (engl. Sloth)
Biologen haben vor kurzem eine wichtige wissenschaftliche Frage aufgeworfen: Wenn der Faultiermann die Dame seines Vertrauens begattet, vollzieht sich das dann ebenfalls im Zeitlupentempo? Haben Faultiere also “Slow-Sex”?

National Geographic hat hierzu genauer recherchiert und in der März-Ausgabe einen Artikel dazu veröffentlicht.
Die Wahrheit herauszufinden war für die Journalisten gar nicht so einfach, weil selbst in den Zoos niemand wusste wie lange es dauert und wie das eigentlich passiert.
Schlussendlich hatte ein Forscher Glück und konnte feststellen – das Faultier ist ein Meister westindischer Sexualpraktiken, es machts späktakulär, kopfüber. Nach ein zwei Versuchen klappt das dann meistens. Aber auch wenn sich im Leben dieses Tieres alles soooo langsam vollzieht, der Sex ist blitzschnell vorbei.
Aber wen wundert das, es ist schließlich anstrengend.

Wenig später sehe ich im Gebüsch ein kleines schwarzes Pelztier. Und gerade als ich aus nächster Nähe erkenne, dass um den Hintern dieses Tieres lauter Fliegen kreisen, höre ich hinter mir ein lautes “Go aaaawaaay!”. Eine zufällig vorbeikommende Amerikanerin mit grauem Tropenhut klärt mich auf, dass dies ein Stinktier sei und wenn es mich ansprüht, dann stinke ich drei Tage nach Stinktier und kriege das nicht mehr weg. Das wäre sicher auch eine interessante Erfahrung. Aber nein, selbst will ich die nicht machen. So viele Fliegen wie um den Po dieses Stinktieres kreisen, da ist einem die eigene Sitzreihe im Bus sicher.
Mit einem Stirnrunzeln gehe ich weiter und rufe meinem Travelmate zu:

“Hey Andy, komm mal her, hier ist ein cooles Tier, das musst du dir aus der Nähe ansehen!”

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